春节快乐! Frohes neues Jahr des Tigers!

15. Februar 2010

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Liebe Leute

Heute ist der erste Tag im neuen Jahr des Tigers. Die Chinesen feiern Neujahr so, indem sie mit der ganzen Familie zusammen essen und danach Feuerwerk um Feuerwerk in die Luft jagen. Und das Spektakel dauert durch die ganze Nacht, also unmöglich zu schlafen wenn alle meine tausend Nachbarn mitten in der Wohnsiedlung Rakete um Rakete zünden. Lizenz dafür braucht man natürlich nicht und kaufen kann man das Zeugs an jeder Strassenecke und zu einem Spottpreis. Dafür gibts zu Neujahr ein paar leckere Speisen wie Maultaschen gefüllt mit Tofu, Gemüse, und Rindfleisch. Dadurch dass ich jetzt bei einem chinesischen Freund wohne, hatte ich die Möglichkeit ein paar von diesen Speisen zu erlernen und selbst zu kochen.

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菜包/扁食 Maultasche gefüllt mit Tofu, Rindfleisch, Kabis, Zwiebeln, Bambus und Pilze

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Dies ist nun mein letzter Eintrag in diesem Blog. Die sechs Monate hier in China sind so schnell vergangen, fast nicht zu glauben. Nun befinde ich mich einen Tag vor meiner Abreise aus Hangzhou. Ich freue mich natürlich auf die Schweiz, jedoch stimmt es mich auch sehr traurig, diese wunderschöne Stadt und allgemein China, zu verlassen. In diesen sechs Monaten hatte ich die Chance mich in eine komplett andere Kultur einzuleben. Klar, der Anfang war schwierig und der Kulturschock gross, aber inzwischen habe ich mich an die Gepflogenheiten und Charakteren von China und deren Einwohner gewöhnt und lebe nun mit ihnen. China offenbarte mir ein Abenteuer, jeden Tag neue Herausforderungen und eindrückliche Momente. Es ist schwierig all dies zu beschreiben und den richtigen Ausdruck dafür zu finden. Ich kann nur jedem empfehlen einmal in das Reich der Mitte zu reisen und sich einen Überblick über Land und Leute zu verschaffen. Was ich hier gelernt habe: Jeden Tag Reis zu essen, Tee zu trinken (keinen Kaffee!), handeln und feilschen, in den Bus drängeln, Fleisch ab Knochen zu kauen, Gräte vom Fisch mit dem Mund zu entfernen, chinesisch zu kochen, Kleider von Hand zu waschen, mit der Jacke in der Wohnung herumzulaufen (durch schlechte Isolation und mangelnder Heizung ist es im Winter in der Wohnung nahezu gleich kalt wie ausserhalb), auf hartem Bett zu schlafen… Es ist hart, dieses Leben nun wieder aufzugeben und in ein Land zurück zu kehren, welches wohl meine Heimat ist, aber wieder völlig differenziert. Ich werde vieles vermissen, insbesondere das Essen, was wirklich unglaublich gut und vielfältig ist. Durch einen chinesischen Freund habe ich diverse Gerichte kochen gelernt und hoffe die Zutaten auch in der Schweiz irgendwo finden zu können. All meine Freunde hier muss ich nun auch verabschieden, mit dem Hintergedanken viele wahrscheinlich nie mehr zu sehen. Ich bin ihnen sehr dankbar, insbesondere all den Chinesischen, für dies, was sie mich gelernt haben, wie sie mich in die Kultur und Gewohnheiten eingeführt haben und vorallem auch für ihre Hilfsbereitschaft zu jeder Zeit. Und dass muss ich jetzt noch unterstreichen, so bald man einen Chinesen näher kennt, wird die Hilfsbereitschaft hoch geschätzt und ist jederzeit abrufbar. Am Anfang denken alle egoistisch, was aber selbstverständlich ist bei einer Bevölkerung von 1.3 Milliarde. Sobald du jedoch zum Freund geworden bist, werden sie dich nie im Stich lassen und praktisch alles für dich tun. Meine Erfahrungen hier waren stets positiv, nie negativ oder habe mich nie unwohl oder unsicher gefühlt. Jaja, ich werde China vermissen. Ein tolles Land. Ich empfehle jedem sich mal eine Reise nach China zu gönnen und die Kultur hier zu erleben.

Somit ist es jetzt auch Zeit ich von euch, lieben Lesern zu verabschieden. Ich danke euch für die Kommentare, all die Emails und Post die ihr mir gesendet habt. Habe mich immer über News aus der Schweiz gefreut! Aber ein nächstes Abenteuer folgt bestimmt… :)

Bye bye Hangzhou. Hallo kalte Schweiz :)

再见! Bis bald!

Suzhou 苏州 / Beijing 北京

14. Februar 2010

Letze Woche habe ich noch zwei Trips nach Peking und Suzhou unternommen. Suzhou ist eine Stadt in der Nähe von Hangzhou und ist bekannt für wunderschöne Gärten und traditioneller Architektur. Leider jetzt im Winter sehen die Gärten ein wenig trostlos aus, aber es war trotzdem schön zu sehen.

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Verglichen mit Shanghai oder Hangzhou ist Peking eine völlig andere Stadt. Die Architektur ist sehr traditionell und man sieht nicht so viele Hochhäuser wie in Shanghai. Zudem ist die Stadt sehr weit und flach und man findet viele Parks und viel Natur. Die Chinesische Mauer zu beklettern war natürlich das grosse Highlight und zu meinem Glück konnte ich mich an diesem Tag an bestem Wetter erfreuen.

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Wushan Night Market

27. Januar 2010

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Wandern auf dem Huangshan 黄山

10. Januar 2010

Na, seit ihr alle gut ins neue Jahr gerutscht? Ich hoffe ihr konntet schöne Festtage verbringen und ein wenig relaxen. Ich habe mir ja eine Woch frei genommen und habe Neujahr in Shanghai verbracht. Somit kenne ich mich nun auch in Shanghai ein wenig besser aus, aber die Stadt ist einfach riesig und mit Hangzhou nicht zu vergleichen. Total verschiedene Städte, aber das traditionelle von Hangzhou liegt mir doch ein wenig besser. Für die Neujahrsfeier haben wir uns dann aus Magazinen oder aus dem Internet ein paar Partys ausgesucht und dann ab ins Taxi. Die erste Party war uns ein wenig zu versnobt und voller Ausländer. Danach landeten wir an einer Gay Party. Da ging die Post dann richtig ab und ich habe noch nie so viel Power und Leidenschaft fürs Tanzen in einem Club gesehen wie dort. Natürlich gabs dann auch weniger schöne Anblicke, wenn jung und alt ihre T-Shirts auszogen und Haut an Haut tanzten. Aber wer hätte schon gedacht, dass ich je mal Silvester in Shanghai an einer Gay Party feiern werde, einfach toll welche Wege man hier unerwartet einschlägt. Ach ja, und noch wegen der Weihnachtsfeier. Ich war ja sozusagen gezwungen zu singen als Vertreterin für Hesign, dem Büro wo ich arbeite. So habe ich gedacht, jaja, ein wenig singen und dann hat sichs. Naja, denkste Simone. So haben die doch tatsächlich eine riesige Bühne mit rotem Teppich und Scheinwerferlicht aufgestellt und mich hat es beinahe “hende usegrüehrt” als ich das gesehen habe. Das war dann also ein richtiger Gesangswettbewerb mit Jury und Publikumsvoting. So musste ich als letzte von den 12 Teilnehmern und natürlich einzige Ausländerin auf die Bühne und präsentierte mein chinesisch und english Mix von Lemon Tree. Natürlich habe ich die Bude zum Kochen gebracht und das Publikum konnte gar nicht mehr aufhören mit ihren “Plastikhändeklatscher” zu klatschen :-) Gereicht für einen Sieg hat es nicht, aber dafür habe ich den Preis als “meist willkommendste Sängerin des Abends” gewonnen: einen Glaspokal und 300 RMB (ungefähr 50.-) womit ich dann am Abend meine Freunde fürs echte Fondue Chinoise eingeladen habe. War ne witzige Erfahrung, aber doch hoffe ich dies nicht so schnell wiederholen zu müssen… Bilder versuche ich immer noch zu organisieren von den Fotografen die da waren, sogar ein Kameramann war da und hielt das ganze fest!

Nach Weihnachten habe ich dann zusammen mit einem Chinesischen Kolleg eine Tour auf den Huangshan gemacht. Ein toller Berg mit unglaublicher Aussicht. Wir starteten am Samstag mit wundervollem Wetter, stahlblauem Himmel und 15°C. So sind wir tausende Treppen hinauf gestiegen und konnten uns dann von der genialen Aussicht belohnen lassen und den Sonnenuntergang geniessen. Während unserem Aufstieg kreuzten uns immer wieder Träger, die diverse Sachen wie Essen, schmutzige Bettlaken oder zu reparierende Maschinen auf dem Berg hinauf- und hinuntertrugen. Ein unglaublich harter Job und sie absolvierten den Weg mehr als einmal am Tag. Am Abend galt es dann ab in die Herberge und schlafen, denn das Ziel war es auch den Sonnenaufgang zu sehen. Naja, am Morgen dann trauten wir unseren Augen kaum, lagen da um 6 Uhr schon 20cm Schnee auf dem Boden. Es schneite und schneite, somit keine Chance den Sonnenaufgang zu sehen. Während meinem Chinesischen Kolleg fast die Augen aus dem Kopf gefallen waren, da er das erste mal so viel Schnee erlebte, frohlockte ich und fühlte mich wie zu Hause in der Schweiz. So haben wir uns warm angezogen, ein T-Shirt, 3 Pullover und zwei Jacken, und sind dann sechs Stunden den Berg hinunter marschiert. Am nächsten Tag folgte ein heftiger Muskelkater und war froh dass ich nicht arbeiten musste.

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Hangzhou by night

15. Dezember 2009

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Westlake 西湖 / Liang Zhu 良渚

08. Dezember 2009

你們好!近来如何?

Hallo zusammen. Was gibts Neues bei euch?

Inzwischen weile ich schon vier Monate in Hangzhou. Unglaublich wie die Zeit vergeht… Erlebnisse habe ich immer wieder neue, obwohl der Alltag doch sehr tief sitzt. Kaum ist Montag, ist schon wieder Wochenende. Jaja, die Zeit rast. Aber versuche trotzdem in den verbleibenden zwei Monaten alles herauszuholen und einfach zu Erleben. Am Wochenende durfte ich zum ersten Mal an einer chinesischen Hochzeit teilnehmen. Zu meinem Erstaunen lief das ganze ziemlich ähnlich ab, wie in der Schweiz, nur dass die Zeremonie natürlich nicht in einer Kirche, sondern in einem Hotel mit einem grossen Speisesaal gehalten wurde. Die Braut und der Bräutigam begrüssten alle Gäste am Eingang und jeder bekam die Chance ein Foto mit ihnen zu machen. Rote Umschläge mit einer Geldsumme zu übergeben gilt als Tradition und sollte auf keinen Fall vergessen werden. Schlussendlich lief das baldige Ehepaar auf einem roten Teppich in den Saal, Rosen wurden gestreut, Musik gespielt. Nichts wahnsinnig Überraschendes. Sogar das Brautkleid tragen die meisten jetzt nach westlichem Stil, nicht mehr mit den roten traditionellen Gewändern Chinas. Das Essen begann vor der Zeremonie und hielt zwei Stunden an. Allgemein, die Hochzeit begann um sechs Uhr Abends und endete mit sturzbetrunkenen Gästen um acht Uhr!! Danach verliessen alle torkelnd den Raum, mit Mengen von Schnaps, Bier und rotem Wein im Magen spürend, und die Hochzeit war vorbei. Kurz und bündig. Was braucht man mehr? :)

Ein anderes witziges Erlebnis war das Abendessen bei meinen Nachbarn. Habe mit ihnen einen Deal abgeschlossen und zwar, dass ich bei ihnen meine Wäsche waschen kann (habe keine Waschmaschine) und ich dafür dem Sohn Englisch unterrichte, das heisst so zwei Stunden in der Woche. Super Deal, ermöglicht mir zudem auch meinen chinesischen Wortschatz zu erweitern, denn sein Englisch ist doch sehr arm. Die armen Chinesen, lernen zehn Jahre Englisch in der Schule aber haben nie die Möglichkeit es anzuwenden. So hoffe ich ihm in den letzten zwei Monaten doch ein wenig helfen zu können. Ja und das Abendessen war unglaublich lecker. Immer wenn von der Arbeit nach Hause komme und die Treppe hinauf steige, dringt so ein unglaublich guter Duft in meine Nase. Das Abendessen meiner Nachbarn. Nun hatte ich die Gelegenheit, ein echtes Haushalts Essen zu geniessen und es war wirklich sehr sehr gut… Vielleicht kann ich noch einen anderen Deal anzetteln, dass ich ein paar mal die Woche bei ihnen essen kann, ich dafür für sie einkaufen gehe oder was auch immer :) Der Sohn ist übrigens schon 27 Jahre alt, die Eltern so ein richtig süsses, kleines, altes Ehepaar. Sehr nette Leute.

Liang Zhu 良渚
IMG_2709“Chinesisches Süssholz”, zom chätsche ond Fasere usespöitze ;)
IMG_2727Goldfische für 40 Rappen

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Unten sieht ihr ein paar Bilder vom berühmten Westlake in Hangzhou. Es war ein wunderbares letztes Herbstwochenende im November und ich bin um den ganzen See marschiert, sowie ein paar Hügel hinauf. Echt tolle Stimmung und wunderbare Ausblicke. Dieses Wochenende habe ich eine Bus Tour gemacht. Das heisst irgendeinen Bus genommen, zu irgendeinem Ziel und dann von da aus der nächste und so weiter. Schliesslich bin ich in einem Dorf, Liang Zhu 良渚 im Norden von Hangzhou gelandet, ca. eine Stunde vom Zentrum entfernt. Wurde da wieder mal wie ein richtiger Star behandelt und gemustert. Aber das Dorf war sehr interessant, richtiges chinesisches Leben, nicht verstättert.

Ich hoffe ihr habt eine gute Adventszeit. Geniesst es. Bitte auch für mich ein wenig. Hier kriegt man sehr wenig von Weihnachten mit, ab und zu sieht man einen geschmückten Tannenbaum in westlichen Geschäften, aber doch sehr sehr selten. Immerhin wird im Park wo ich arbeite eine Weihnachtsfeier abgehalten. Bin ja gespannt, was da organisiert wird.

Werde mich zu Weihnachten wieder mal melden. Hoffe euch allen geht es gut!

Bis bald

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Shanghai 上海

28. Oktober 2009

Ein kleiner Eintrag auch über mein Wochenende in Shanghai. Es war beeindruckend zu sehen, wie gross der Unterschied zwischen der internationalen Stadt Shanghai und der noch sehr traditionellen Stadt Hangzhou ist. In Shanghai wird ein Hochhaus nach dem anderen gebaut und die Stadt wirkt sehr modern und fortgeschritten. Hangzhou ist viel flacher und die Natur ist noch sehr präsent. So versuchte ich am Samstag Abend auch mal das Nachtleben von Shanghai auszuprobieren, da landete ich doch promt in einem Club voller Ausländer. Dies hat mich dann mal so richtig geschockt, da in Hangzhou selten mal ein Ausländer anzutreffen ist. So fühlte ich mich dann weniger wie in China, mehr wie in Europa. Aber witzig war es auf jede Fälle sich mit so vielen Leuten zu unterhalten und deren unterschiedlichen Geschichten zu hören. Weniger Gefallen daran hatte mein chinesischer Begleiter gefunden, aber auch er kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, da er in seinem Leben noch nie so viele Ausländer gesehen hatte :-)

Naja, aber ansonsten hat mir Shanghai sehr gefallen, habe zwar noch nicht so viel gsehen, aber werde bestimmt das eine oder andere Wochenende wieder da verbringen. Jedoch liegt mir auch die traditionelle Art von Hangzhou sehr.

Hier ein paar Bilder, noch nicht sehr vielversprechend, aber es werden bestimmt noch weitere folgen, wenn ich wieder dort bin :-)

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Phoenix Design Festival

28. Oktober 2009

你們好!

Ein wenig verspätet, aber besser spät als nie, gebe ich euch einen kleinen Einblick in das Phoenix Design Festival. Ich habe einen grossen Teil meiner Arbeit in den letzten zwei Monaten in zwei Ausstellungen für dieses Festival investiert. Der ganze Phoenix Design Park wurde am 29. September mit einer grossen Eröffnungsfeier eingeweiht und deshalb auch zahlreiche Ausstellungen organisiert. Für zwei der Ausstellungen war ich für den Kontakt zu den Designern zuständig. Das heisst ich habe organisiert, dass die Bücher für die Buchausstellung und die Produkte für die Produkte Design Ausstellung planmässig nach Hangzhou gesendet wurden. Zudem konnte ich dann die ganze Produkte Design Ausstellung nach meinem Konzept aufbauen. Das war eine sehr interessante Erfahrung aber auch eine sehr anstrengende Zeit. Viele Designer von überall aus der Welt sind dann auch nach Hangzhou gereist für die Eröffnungsfeier. So hatte ich die Möglichkeit mit vielen Kontakte zu knüpfen. Witzig war es dann auch, als ich den Designern die besten Clubs und Bars von Hangzhou zeigen durfte. So waren dann doch ein paar Nächte dabei, welche lange in meinem Gedächtnis bleiben werden :-) Hart war es nur, wenn ich am Morgen spät nach Hause kam und am Morgen früh wieder arbeiten musste… Naja, aber es war eine tolle Zeit. Viele tolle chinesische Abendesse, viel Karaoke, viel Reisschnaps, viel   干杯! (Gānbēi! = Prost und dann auf Ex!), viele neue Leute, viele unvergessliche Momente. Aber lasst euch mal von ein paar Bildern überzeugen :-)

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IMG_1939Die Produkte Design Ausstellung “Infatuation”
81Die Buch Design Ausstellung “Book Worm”

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54Abendessen nach der Eröffnungsfeier und anschliessend war Karaoke angesagt…

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Rasen an einem Tag!

25. September 2009

Hallo liebe Leute.

Nun habe ich wieder einmal (nur ganz kurz) Zeit, zu schreiben, wies mir so geht und was ich so mache. Naja, im Moment ist Arbeit angesagt, dass heisst, das Phoenix Design Festival rückt immer näher. Am nächsten Dienstag ist die Eröffnungszeromonie. Die ganze Product Design Ausstellung muss noch aufgebaut werden. Somit werden wir das ganze Wochenende durcharbeiten. Aber danach habe ich ein paar Tage frei, da freue ich mich mal, so richtig Hangzhou und die kleinen Gassen mit meiner Kamera zu erkunden. Bisher hatte ich leider wenig Zeit dafür, aber mein Ziel ist es immer noch, das Chinesische Leben auch möglichst fotografisch festhalten zu können. Also hoffe ich auf die paar Tage und auf spannnde Orte. Angehängt habe ich euch in paar Bilder wo der Rasen im Phoenix Creative Park (wo die Ausstellung und auch mein Arbeitsort liegt) ausgelegt wird. Ja, richtig gehört, ausgelegt. Hier wird der Rasen nicht gesäht und wartet geduldig bis er wächst. Nein, hier legt man Stück für Stück (ca. 30cm Quadrate) über die ganze Fläche bis alles ausgelegt ist. Da staunte ich nicht schlecht als am Abend der braune riesige Fleck nun plötzlich in saftigem Grün erblühte. Unglaublich was die Chinesen hier so alles an einem Tag hin kriegen… Auch das ganze Fabrikgelände, was ja zu einem einzigen Design Park umgebaut wird, ist schön zu beobachten, was alles an einem Tag oder über Nacht geschieht. Komme ich am morgen in das Büro, ist schon wieder ein riesiger Schritt getan, was bei uns in der Schweiz mindestens eine Woche dauert! Aber das ganze Gelände sieht schon sehr schön aus und es sollte ja auch bis zum Dienstag, der Eröffnung, fertig sein. Mal sehen, ob sie das hinkriegen. Werde mich dann mit weiteren Bildern wieder melden. Ja, ich freue mich auf jeden Fall auf die Eröffnung und hoffe dass alles klappt.

Ansonsten haben ich in letzter Zeit nicht viel erlebt, der Alltag ist schon sehr präsent. Habe auch schon meine ersten Freunde wieder verabschieden müssen. Ist hart, wenn man bedenkt, dass man sie vielleicht nie wieder sieht. Aber das ist genau das spannende am Leben in einer völlig fremden Kultur und einer anderen Sprache. Man lernt schnell Leute kennen, da alle froh sind, wieder einmal ihre Sprache oder zumindest Englisch zu sprechen. So war ich letztens mit 3 Schweizer, 2 Italienern, 2 Deutschen und einem Österreicher beim Japaner essen. Das war unglaublich zu hören, was alle für verschiedene Lebensgeschichten und Gründe für einen Aufenthalt in China haben.

So ich muss noch ein wenig arbeiten, heute ist nichts mit Ausgang. Ich wünsche euch ein gutes Wochenende und grüsst mir die Schweiz! Wie steht es eigentlich um die Fussball Weltmeisterschaft? Sind wir dabei?! Hoffe doch…

Liebe Grüsse aus Hangzhou

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S’Vogellisi

14. September 2009

Liebe Leute

Wie geht es euch? Habe nun mein viertes Wochenende hier in Hangzhou verbracht und habe so richtig das Nachtleben genossen und viele Leute kennengelernt. Darunter auch Deutsche und ein Schweizer, welche auch hier arbeiten. Der Club war prall gefüllt mit Chinesen und ab und zu einem Ausländer. Unglaublich aber wahr, um 3 Uhr ertönte dann tatsächlich das Lied “s’Vogellisi”! Ich traute meinen Ohren nicht. Nach Erklärung von dem Schweizer ist es Standart in diesem Club, das früher oder später am Abend dieses Lied gespielt wird. Unglaublich!
Sehr schön sind auch die Bars und Pubs hier. Oft sind sie im höchsten Stock eines Gebäudes und man kann von der Dachterrasse eine Aussicht über den Westsee und das Treiben der Stadt geniessen.
So habe ich mich in Gesellschaft mit dem Schweizer, am morgen früh nach dem Ausgang an den Westsee gesetzt. Es war ungefähr sieben Uhr. Was für ein Anblick dann folgte war so überraschend und schön, welcher für mich beinahe unmöglich ist zu beschreiben. Schwer zu schätzen wie viele es waren, aber sicher 300 Chinesen und Chinesinnen waren am Ufer und machten ihre Gymnastikübungen, Schattenboxen, Gesellschaftstanz und Rhythmusgymnastik. Es waren vorwiegend ältere Leute, dass heisst um die 70 Jahre alt. Da sassen wir nun und kamen aus dem Staunen nicht mehr hinaus. Es war so ein herrlicher Anblick, alle vereint in ihren Bewegungen, zum Teil synchron, zum Teil eine Art Walzer tanzend. Niemand genierte sich, alle liessen sich gehen. Auf jedem Gesicht ruhte ein Lächeln. Die Augen leuchteten. Die innere Zufriedenheit der Leute wurde deutlich spürbar. Der Anblick empfand ich als so überwältigend und rührend, dass ich zugleich traurig wurde. Mir wurde nun das erste Mal bewusst, wie kleinlich und stumpf wir Schweizer oder Europäer eigentlich sind. Niemals würden wir uns in diesem Alter, oder auch Jünger, hinaus trauen um einfach zu tanzen. Wieso müssen wir uns immer darum scheren, was andere Leute über einem Denken? Wieso sind wir so steif und achten stets auf unser Erscheinen? Dies soll natürlich keine Moralpredigt werden, aber mir wurde auf einem Schlag bewusst, was für ein grosser Unterschied zwischen dieser Kultur hier und unserer besteht. So zufriedene 300 Gesichter wie ich an diesem Sonntagmorgen gesehen habe, werde ich in der Schweiz niemals wieder zu sehen bekommen. So sassen wir da, ohne ein Wort zu sprechen, genossen über eine Stunde das Schauspiel. Man kann sagen, wir sogen ihre Zufriedenheit richtiggehend in uns hinein und fühlten uns danach prächtig und wie besoffen vom Erlebten. Es klingt wahrscheinlich übertrieben für euch, aber es war definitiv so. Diese Stunde werde ich nie vergessen.
Als dann langsam die Touristen am Ufer entlang liefen, lösten sich die Tänzer auf und gingen wieder in ihre Wohnungen zurück. Dies zeigte mir definitiv, dass dies kein “zur Schau stellen” war, sondern ein wirklicher Teil ihres Lebensrythmus ist.
Diese Szenerie habe ich bewusst nicht fotografiert, da ich sie in meiner Erinnerung behalten möchte und die Atmosphäre sowieso nicht herübergekommen wäre oder etwas falsches gezeigt hätte.
Ein weiteres weniger schönes Erlebnis bot es mir dann am Mittag. Als ich etwa um 10 Uhr endlich zu Hause war und eingeschlafen war, wurde ich durch einen ohrenbetäubenden Krach geweckt. Es klang als würde meine Wohnsiedlung bombardiert und darauf geschossen. Ich dachte nicht schon wieder. Aber keine Angst, es war wieder einmal “nur” ein Feuerwerk. Um die 3x pro Woche wird mitten in meiner Wohnsiedlung ein Feuerwerk gehalten. Wahrscheinlich als Geburtstagsfeier. Den wirklichen Sinn davon, ein Feuerwerk am Tag zu halten, habe ich noch nicht herausbekommen. Ausser dass es mich oft um meinen Schlaf bringt.

Also, ich wuensche euch einen guten Wochenstart und machts gut!

Film Feuerwerk! Hier klicken! Unglaublich…